Vorgeschichte
Im Jahr 1999 wurde in der Stadtverordnetenversammlung konkret über ein Jugendzentrum in der Kernstadt Allendorf beraten, nachdem ein erster Versuch in Räumen des Bürgerhauses weniger erfolgreich verlief. Bezüglich der Umsetzung gab es mehrere Vorschläge: 1. Abriss der alten Scheune gegenüber des Bauhofs und Errichtung eines Blockhauses an ihrer Stelle, 2. ein Anbau an das Bürgerhaus, 3. Nutzung einer leer stehende Wohnung in der Bahnhofstraße und 4. Mieten des Vereinsheims des Tennisclubs Allendorf (Lumda).

Im Frühjahr 2000 kam zu diesen Optionen ein nicht mehr genutztes Anwesen in der Londorfer Straße hinzu, das der Stadt angeboten worden war. Darauf fiel letztlich die Wahl, da es die sowohl kostengünstigste als auch die für die Jugendlichen beste Alternative darstellte - es liegt außerhalb des Zentrums zwischen Schrebergärten und einem (ehemaligen) Hundeschulgelände (d. h. Anwohner werden nicht belästigt), bietet ausreichend Platz und lässt den Jugendlichen viel gestalterischen Spielraum im Innen- und Außenbereich.
 

So sah das Gebäude
im Sommer 2000 vom
Eingangstor gesehen
aus.

Vorne befindet sich
der Blechschuppen,
der im Laufe des Jah-
res abgerissen wurde.
Er diente ursprünglich
als Werkstatt.
Dies ist der Blick auf
die Eingangstür des
späteren Jugend-
zentrums.

Auf der linken Seite
ist der Schuppen mit
einem angebauten
Hundezwinger zu
erkennen.
     

Nachdem der erste Jugendbeirat Allendorf/Lumdas (Mitglieder: Philipp Angermann, Andre Diehl, Manuel Penz, Alexis Schneider, Marina Blaschke, Katrin Keil und Bastian Zientek - später kam noch Florian Körber hinzu) bereits monatelang das neue Juz geplant hatte, ging es im August 2000 mit der Entrümpelung und Renovierung des Gebäudes los. Da das ganze Anwesen etwa ein Jahr lang leer gestanden hatte und nicht abgeschlossen war, sah es in den Innenräumen und dem Außenbereich entsprechend aus.
Zuerst mussten die Räume und der damals noch existierende Schuppen ausgeräumt, danach die alten Tapeten entfernt und neu tapeziert werden, dann wurde gestrichen und die Räume incl. der Küche mit gespendetem Mobiliar eingerichtet. Außerdem musste die alte Toilette erneuert, die Badezimmer-armaturen entfernt, Steckdosen und Lichtschalter neu angebracht, Türschlösser ausgetauscht, der Blechschuppen abgerissen und ein neuer Heizungsraum angebaut werden.

So wie auf diesem
Bild sah es in dem
gesamten Gebäude
aus.

Überall waren die
Tapeten herunter-
gerissen, die Räu-
me waren voller
Müll und altem
Mobiliar, so dass
von Grund auf
renoviert werden
musste.
     
Nach Abriss des
Blechschuppens und
Anbau des Heizungs-
raums sah es neben
der Eingangstür schon
etwas besser aus.
Dies ist eine seitliche
Ansicht der Gebäude-
front im Spätherbst
2000.

Vorne rechts erkennt
man die Überreste des
Schuppens, die noch
nicht abtransportiert
wurden.
 

Einweihung
Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen waren, wurde das Jugendzentrum, welches den Namen "Kemmerche" tragen sollte, nach etwa sechsmonatiger Renovierungszeit am 27. Januar 2001 mit einer offiziellen Einweihungsfeier eröffnet. Dazu stellte die Stadt die Erstausstattung der Getränke zur Verfügung, und es gab Geldspenden der SPD, der FWG, der CDU, der Marktfrauen und des Seniorenclubs, so dass der finanzielle Start des Jugendzentrums gesichert war.

Das Juz verfügte anfangs über vier Räume (Hauptraum, Küche, Getränkelager und einen Raum mit einer Sitzecke), zu denen im Laufe der Jahre noch drei weitere hinzu kamen (u. a. das Büro der Jugendpflege, welches sich zuerst im Rathaus befand). Zur Ausstattung gehörten in dieser Zeit ein Tischfußball, eine Dartscheibe und die Musikanlage. Auch dieses Angebot wurde mit der Zeit erweitert (siehe Seite "Angebote").
 

Dieses Bild zeigt den
Hauptraum mit Kicker-
tisch und Sitzecke kurz
vor der Einweihungs-
feier im Januar 2001.

Die Sofas und der Tisch
wurden dem Juz ge-
spendet.
Hier ist die Küche
bzw. der Thekenraum
zu sehen, der in der
gleichen Farbe wie der
Hauptraum gehalten
war.

Die Musikanlage fehlt
noch. Die Ablage
dafür ist aber bereits
angebracht (hinten
links).
 

Folgende Jugendliche gehörten zum ersten Team des Jugendzentrums: Andre Diehl (1. Vorsitzender), Philipp Angermann (1. stellv. Vorsitzender), Florian Körber (2. stellv. Vorsitzender), Eva Hofmann (Kassenwartin), Julia Kukolew, Julia Langer, Manuel Penz, Olga Schulz und Sarah Wille. Neben Bastian Zientek, der nicht in das Team des Juz eintrat, waren diese Jugendlichen maßgeblich für die Renovierung und anfängliche Gestaltung verantwortlich. Im Frühjahr 2002 änderte sich die Zusammensetzung des Teams. Es schieden Andre Diehl, Julia Langer und Eva Hofmann wegen Zeitmangels aus, dafür trat Sascha Hausmann ein. Vorsitzender wurde Philipp Angermann, dessen Vertreter Florian Körber und Sarah Wille.

Diese Jugendlichen waren im Jahr 2002 verantwortlich für die zweite Renovierung des Innenbereichs, da dieser am Anfang nur notdürftig gestrichen wurde (hellblau und hellgrün), um die Räume des Juz möglichst schnell herzurichten. Sie gestalteten den Hauptraum, die Küche und den Flur mit neuen Farben nach ihren Wünschen. Es wurde nun alles in blau, orange und schwarz gehalten.
 

Dies ist der Hauptraum nach der zweiten Reno-
vierung. die Farben wurden nach den Vor-
stellungen der Jugendlichen ausgesucht.
Außerdem ist weiteres Mobiliar dazu gekom-
men.
Die Küche wurde 2002 ebenfalls neu gestrichen.
Sie wurde schwarz.


 
Die dominierende Farbe des Flures war orange.

Rechts befindet sich eine Tafel, auf der Neuig-
keiten und Interessantes ausgehängt werden,
die linke Tür führt in das Getränkelager des Juz.
 

Das zweite Juz-Team
Nachdem alle Mitglieder des alten Teams aus beruflichen oder Altersgründen ihr Amt niedergelegt hatten, bildete sich im November 2002 ein neues Team, welches die Aufgaben im Jugendzentrum übernehmen wollte. Dies waren: Svenja Englisch, Vanessa Weiß, Karina Rogolowski, Jennifer Lotz, Lisa Platz, Tamara Niepoth, Tatjana Hausmann und Jasmin Rerig. Bis auf die letzten beiden waren diese sechs bis Ende 2006 im Amt.

 

Unter der Leitung dieses Teams wurden diverse Renovierungsarbeiten durchgeführt und das räumliche und inhaltliche Angebot des Jugendzentrums erheblich erweitert.
Im Jahr 2003 wurden die Veranda und der Fernsehraum neu gestrichen und 2004 fast das komplette Obergeschoss hergerichtet (Tapezieren/Streichen und Verlegen eines neuen Bodens). Dort entstand ein Internetraum mit drei PCs, der seitdem durch die Jugendlichen genutzt werden kann.
Außerdem wurde der Fernsehraum in den ersten Stock verlegt, da das Büro der Jugendpflege in den hinteren Teil des Obergeschosses umzog. In dem ehemaligen Fernsehraum im Erdgeschoss wurde stattdessen der Mitte 2004 angeschaffte Billardtisch aufgestellt.
Damit verfügt das Juz bis heute über insgesamt sieben Räume und die Veranda, welche im Sommer gerne zum draußen sitzen genutzt wird. Die Jugendlichen über 18 Jahren dürfen dort rauchen.


Das vorletzte große Projekt bestand im April 2005 darin, Hauptraum, Flur, Küche und Toilette neu zu streichen, da die Wände nach knapp drei Jahren nicht mehr in besten Zustand waren. Die Bilder dazu gibt es hier unter "Fotos der Renovierung" bzw. unter "Innenleben".

Hier eine aktuelle Außenansicht des Juz, die
zeigt wie viel sich seit den Anfangstagen ver-
ändert hat. Im Vordergrund befindet sich die
Half-Pipe und dahinter (verdeckt) die Tisch-
tennisplatte.
 

Im Juli 2006 schließlich wurden die Veranda und der Billardraum neu gestrichen. Die Veranda erstrahlt jetzt in orange und schiefergrau, während im Billardraum grün und weiß dominierten. Dort wurden durch das Team danach - passend zur Nutzung des Raums - Billardkugeln an die Wand gemalt. Auch zu dieser Renovierungsaktion gibt es hier die Fotos.
Außerdem wurde ein neuer Tischfußball angeschafft, da der alte nach fünf Jahren Dauerbetrieb seinen Geist aufgegeben hatte.

 

Das dritte Juz-Team
Ende 2006/Anfang 2007 endete die Amtszeit des zweiten Teams. Im Laufe des Frühjahrs fanden sich neue Jugendliche, die schließlich unter Leitung des ehrenamtlichen Helfers Daniel Blume bis Februar 2009 (jedoch unter wechselnder Besetzung) das dritte Team bildeten.
Auch in dieser Zeit gab es Renovierungsmaßnahmen, da die ständige, rege Nutzung des Jugendzentrums ihre Spuren hinterließ. Zuerst erhielt der Fernsehraum nach sechs Jahren im Sommer 2007 einen neuen Anstrich sowie einen neuen Fernsehschrank, der gemeinsam mit den Teammitgliedern gebaut wurde. Danach wurde die Farbe im Hauptraum aufgefrischt und die Wände mit Graffiti verziert, Toilette, Flur und Teile der Veranda neu gestrichen und schließlich Ende 2008 der (ehemalige) Billardraum von Grund auf saniert, da die Feuchtigkeit dem Boden und den Wänden arg zugesetzt hatte.
Außerdem wurde die Theke neu gestaltet, gestrichen und in Eigenregie erweitert, so dass nun PC und Anlage in einem eigenen kleinen Schrank untergebracht sind.

Im Zuge dieser Maßnahmen wurde auch die Aufteilung der Räume geändert. Der Billardtisch befindet sich nun im Hauptraum, da dort mehr Platz ist, während Kicker und Sessel sowie Sofas in den ehemaligen Billardraum umzogen. Außerdem wurden 2008 neue PCs für das Internetcafe angeschafft, da die ersten, gespendeten Computer nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen entsprachen.

 
     
So sieht der Hauptraum zur Zeit aus. Der Billard-
tisch steht nun hier, und die Theke erstrahlt in
neuem Glanz.
Aus dem ehemaligen Billardraum ist ein Platz zum
Kickern und zum gemütlichen "Abhängen" ge-
worden.
Den Flur schmückt mittlerweile ein durchgehendes
Muster. Rechts und links werden Flyer und andere Neuigkeiten ausgelegt und aufgehängt.
           
     
Die Küche ist jetzt heller, die Theke wurde
erweitert und eine neue, gespendete Küchen-
zeile eingebaut.
Der TV-Raum erstrahlt in neuem Glanz und der
Fernseher hat ein eigenes, selbstgebautes
Schränkchen bekommen.
Das Internetcafe wurde Anfang 2005 eingeweiht
und verfügt über drei PCs sowie Platz für sechs
Personen.
 

Neue Öffnungszeiten, neues Team
Nachdem das Jugendzentrum acht Jahre lang dienstags, donnerstags und samstags abends geöffnet war und somit fast nur ältere Jugendliche ab 16 Jahren ansprach, erstellte die Jugendpflege im Februar 2009 ein neues Konzept, welches vorsieht, dass das Juz auch nachmittags von jüngeren Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann. Ab 1. März gibt es nun die neuen Öffnungszeiten und Angebote, die mit einer Neubildung des Juz-Teams Hand in Hand gingen.
Seit dieser Zeit bis Sommer 2011 war das vierte Team im Amt (mit den durchgehenden Mitgliedern Marlena, Justine, Lukas, Louisa und Jasmin sowie Schmitti, Marius, Luca und Scholand, die nur zeitweise dazu gehörten), das abends den Thekendienst sowie die anfallenden Arbeiten im Jugendzentrum übernahm. Dazu gehören: Auffüllen der Getränke, Abrechnung der Kasse, Musik auflegen, Getränkeverkauf, Säuberungsarbeiten innen und außen, Mitsprache bei Anschaffungen und bei der Gestaltung, Begleitung/Durchführung von Ferienspielaktionen uvm. 

Aus Zeitmangel beendete dieses Team 2011 seine Tätigkeit und das fünfte, dessen aktuelle Besetzung auf der Seite "Team" eingesehen werden kann, ist nun im Amt.
In Absprache mit diesem Team wurden im November 2011 Hauptraum, Küche und Toilette neu gestrichen und die Theke umgebaut, nachdem das Juz im Oktober ein neues Dach bekommen hatte. Die Bilder dieses Renovierungsprojektes gibt es hier zu sehen.
Außerdem wurde der Eingangsbereich von Grund auf erneuert, da die Feuchtigkeit in den Wänden dem Anstrich arg zugesetzt hatte. Wie das komplette Juz aktuell gestaltet ist, ist auf der Seite "Innenleben" zu sehen.

 

Fazit
Insgesamt blickt das Jugendzentrum Allendorf damit auf eine etwa elfjährige Geschichte zurück, die durch mittlerweile fünf Besuchergenerationen geprägt wurde und geprägt wird sowie auf die Amtszeiten von ebenso vielen Juz-Teams mit wechselnder Besetzung, ohne deren Mitarbeit die Gestaltung der Innenräume und das Angebot wie es heute besteht nicht zu realisieren gewesen wäre.

Aber nicht nur innen hat sich vieles verändert. Auch im Außenbereich ist einiges geschehen, was vor allem Verdienst des städtischen Bauhofs ist. So wurde 2003 die Halfpipe sowie eine massive Tischtennisplatte vor dem Juz aufgebaut, das Gestrüpp am Rand beseitigt und 2004 ein neuer Zaun aufgestellt. Des Weiteren wurden die Zuwege geschottert und teilweise neue Fenster und Türen eingebaut.

Damit wurde aus einem halb verfallenen und verwucherten Anwesen ein Domizil für die Allendorfer Jugend geschaffen, dessen Angebot über die Jahre sehr gut angenommen wurde, das sich in Allendorf fest etabliert hat und von den Jugendlichen gerne besucht wird.


Klaus Dieter Gröger (Jugendpfleger der Stadt Allendorf/Lumda), Januar 2012